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Dipl.-SV. Lydia Schmidt
Sonnenweg 23
59846 Sundern


Tel. 02933-789850

E-Mail: info@lydia-schmidt.de





Ursachenfindung von Schimmelpilzschäden


Anmerkungen zum Problem Feuchteschäden und Schimmelbildung

  1. Feuchteschäden aus der Konstruktion

    Feuchteschäden in Wohnungen, oft mit Schimmelbildungen verbunden, können von außen eindringendes Regenwasser, besonders aus Schlagregen, und/oder aus Erdfeuchte seitlich und von unten als Ursache haben. Diese Baufeuchte ist dann ein Baufehler.
    Weitere Baufehler können aus Baumängeln, besonders im Bereich der Wärmedämmung einschl. der Wärmebrücken vorliegen.

  2. Weitaus häufiger sind jedoch Feuchteschäden durch Bewohnen

    Im täglichen Leben wird ständig Wasserdampf produziert, je Person und Stunde ca. 50 ml, dazu wesentlich erhöhte Mengen aus Kochen, Duschen, Wäsche waschen, Grünpflanzen u.v.a.
    Jede Raumluft enthält also Wasserdampf, der bei der Abkühlung kondensiert und als „ Schwitzwasser“ oder „Tauwasser“ auftritt.
    Dabei ist das Schwitzwasser Kondensat auf der Konstruktion, wenn feuchte Luft an den kälteren Bauteilen kondensiert.
    Tauwasser ist Kondensat in der Konstruktion, wenn Wasserdampf in Bauteile diffundiert (eindringt) und der Sättigungsdruck erreicht wird.
    Im Schlafzimmer fällt z.B. bei 2 Personen und 10 Stunden Ruhezeit fast 1 Liter Wasser als Kondensat an.

  3. Wasserdampfgehalt der Luft

    Der Wasserdampfgehalt der Luft wird als absolute Feuchte in Gramm pro Kubikmeter Luft angegeben.
    Die Luft kann nur eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen. Diese sog. Sättigungsmenge hängt von der Temperatur ab.
    Das Verhältnis von vorhandener Feuchte zur Sättigungsfeuchte bei den verschiedenen Temperaturen ist die bekannte relative Luftfeuchte in %.
    Sättigungswerte sind z.B.:



    Bei 10° und 5 g vorhandenem Wasserdampf beträgt die relative Luftfeuchte also y=5/9,4 = 0,53 = 53 %
    Bei niedrigen Temperaturen bedeutet die gleiche Wasserdampfmenge eine höhere relative Luftfeuchtigkeit:
    Bei 0° und 5 g wird y = 5 /~ 5 = 1,0 = 100 %
    Unsere Empfindung richtet sich nicht nach der relativen, sondern nach der absoluten Feuchte. Wenig Wasserdampf bis ca. 5 g/m³ ist angenehm, größere Mengen (10-15 g/m³ und mehr) sind unangenehm.
    15 g/m³ sind z.B. in der Badezimmerluft bei 24° und 70 % relative Luftfeuchte enthalten, Schwitzwasser bildet sich dann schon bei 18°.
    10,5 g/m³ sind in der Wohnzimmerluft bei 20 C° und 60% relativer Luftfeuchte enthalten, Schwitzwasser bildet sich dann bei 12°.

    Letztere Zahlen zeigen, dass bei Oberflächentemperaturen der Wohnungswände von 10-15 °, die sich in den Nachtstunden oder tagsüber bei Abwesenheit der Bewohner und gedrosselter Heizung sehr schnell einstellen, bereits Kondensatbildung als Schwitzwasser erfolgt.
    Das feuchte Kondensat führt zu Staubbindung mit dunklen Flecken und dann auch zur Schimmelbildung.

  4. Schimmelbildung

    Schimmelpilze sind überall verbreitet und wichtig im natürlichen Stoffkreislauf.

    Voraussetzungen für schädliche Schimmelpilzbildung in Innenräumen sind :

    • Feuchte, als Material- und/oder Luftfeuchte,
    • ausreichende Temperaturen
    • Nährstoffangebot (schon Staubablagerungen reichen aus)

    Diese Voraussetzungen sind im Wohnbereich fast immer vorhanden. Durch die erhöhten Wärmeschutzanforderungen des vergangenen Jahrzehntes haben die Streitigkeiten über Schadensursachen – Baufehler und/oder Nutzungsfehler (Bewohnen) ständig zugenommen.
    Die Schäden treten besonders auf den Innenseiten der Außenwände auf. Es sind fast immer Kondensationsschäden, bei dem die Raumluftfeuchte sich an der kälteren Oberfläche der Außenwände niederschlägt, wobei auch Möbel, die zu dicht an den Außenwänden stehen, einbezogen werden können.
    Neben Lüftungs- und Heizungsdefiziten können Baufehler, Wärmebrücken und Putze, diese Effekte verstärken. Gips- und Trockenputze (Gipskarton) haben gegenüber Kalkzementputzen eine geringere Pufferfähigkeit für die Dampfdiffusion und bieten Pilzen in der Regel mehr Nahrung. Die Voraussetzungen des Pilzwachstums gem. Ziff. 4 müssen aber gegeben sein.
    Die Frage nach der Herkunft der Feuchtigkeit – Baumängel und äußere Einflüsse oder nicht angepasstes Wohnverhalten - steht in der Regel im Streit.
    Bei Neubauten ist je nach Wetterlage der Bauzeit bis zu 2 Jahren mit Baurestfeuchte zu rechnen, für die in jedem Falle erhöhtes Heizen und Lüften erforderlich ist. Wie schon erwähnt, können Baumängel diesen Prozess verlängern.

  5. Verhaltensregeln zur Vermeidung von Feuchte und Schimmel in Wohnräumen

    Verhindern lassen sich Feuchte- und Schimmelbildung nur durch Heizen und Lüften, entsprechend den Anforderungen aus Wetterlage, bauphysikalischer Leistungsfähigkeit der Konstruktion und Wohnbedingungen. Zur Vermeidung von Kondensatbildung aus Wohnfeuchte ist eine ausreichende Oberflächentemperatur der Außenbauteile erforderlich.
    In Schlafzimmern reichert sich die absolute Luftfeuchtigkeit bei meist gedrosselten Temperaturen in den Morgenstunden besonders stark an. Dazu kommt dann weitere Feuchte aus dem Badezimmer.
    Kondensatbildung an den kalten Wänden ist die logische Folge. Als Lüftung ist eine intensive Stoßlüftung in Abhängigkeit der Jahreszeit, möglichst quer durch Tür und Fenster erforderlich. Die trockene Kaltluft muss dann aber aufgewärmt werden, wenn sie die Restfeuchte aufnehmen soll.
    Fenster in Kippstellung sind z.B. keine ausreichende Lüftung, da nur die Wärme, nicht aber die Feuchte abgeführt wird, was deren Niederschlag als Kondensat fördert.

    Zusätzliches Heizen und Lüften als Anpassung an die bauphysikalische Situation der Wohnung unterbleibt dann. Es treten zwangsläufig Feuchteschäden auf, und man klagt über eine feuchte Wohnung.

    Zur eindeutigen Begründung von Feuchte und Schimmelmängeln sind bauphysikalische Messungen – unter Umständen auch über längere Zeiträume – fast immer erforderlich
    . Bei hoher Feuchte muss der Luftwechsel erhöht werden. Bei den höheren Dämmwerten der Bauten ab 1995 und besonders ab 2000, verbunden mit fast dichten, hochgedämmten Fenstern sind mechanische Lüftungsanlagen (evtl. mit Wärmerückgewinnung) zu empfehlen.

    Der bauphysikalisch begründete Grenzwert von ca. 50% r.L.F. bezieht sich auf unsere mittleren Außenklimabedingungen. Medizinisch begründen lässt sich dieser Wert nicht. Gesundheitlich problematisch wird die Feuchte erst in Verbindung mit Verschmutzung, die zur Schimmelpilzbildung führen kann.
 
 

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